Bilderstürmer jetzt auch in Weißensee?

Wie dem Tagesspiegel vom 16.09.2021 zu entnehmen ist prüft das Bezirksamt Pankow "bis 2024 das koloniale Erbe regionalgeschichtlich für den Bezirk Pankow (...) zu erforschen und zu vermitteln".  Es geht in Weißensee um die Gustav-Adolf-Straße und die Schönstraße die nach dem Hamburger Kaufmann und Reeder Gustav-Adolf-Schön benannt sind. Im Bezirksamt zuständig ist das Straßen- und Grünflächenamt, welchem, was für ein Wunder, ein grüner Stadtrat vorsteht.

Es ist interessant zu erfahren, dass für solche Sachen Geld vorhanden ist. Aber vielleicht benötigen gute Freunde einen "Forschungsauftrag". Bei den Weißenseer Heimatfreunden ist man dagegen nicht so freigiebig mit finanzieller Unterstützung! Dabei sind das diejenigen, die die Geschichte des Ortsteiles erforscht haben und mit Führungen, Info-Ständen und Publikationen erlebbar gestalten.

Zurück zum Thema. Warum soll umbenannt werden? Weil er als Reeder Schiffe hatte, die auch zu den deutschen Kolonien  fuhren? Dumm nur, dass die Firma 1875 liquidiert wurde, die Kolonien aber erst 1884 (Deutsch Südwestafrika) bzw 1885 (Deutsch-Ostafrika) entstanden.

Weil er mit Waren aus Afrika, Amerika und Asien handelte? Ich hoffe die Initiatoren machen eine Bogen um Chia-Samen (Mittel- und Südamerika), Goji-Beeren (China), Quinoa (Südamerika) und andere Nahrungstrends.

Weil er ein Bodenspekulant war? Er hat einen Bedarf erkannt und wirtschaftlich gehandelt. Auf den Feldern des Rittergutes Weißensee entstanden Straßen und Häuser für die vielen nach Berlin strömenden Menschen.

Am Stand der Heimatfreunde haben wir oft auch ein Weißensee-Quiz dabei - raten Sie mal, wer sich da regelmäßig blamiert.

Hier der Artikel vom Tagesspiegel: Kriegt Pankow jetzt auch einen Fall „Mohrenstraße“?

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